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Chemische Fabrik


Eberswalde


Was haben indische Götter eigentlich mit Terpentin zu tun? Und Rheumabäder passen da doch gar nicht dazwischen, oder? Wir meinen doch! Denn für die indischen Räucherstäbchen, die zur Verehrung der Götter angezündet wurden, benötigte man den Duftstoff Isobornylazetat (Fichtennadelduft), der im Finowtal produziert wurde. Ebenfalls wurde hier Kampfer aus Terpentin gewonnen und der größte Teil sogar bis nach Indien und in die USA vertrieben. Der Markt war groß und der Bedarf wollte gedeckt werden. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch: Der Tapetenkleister „Zellin“ war für seine Qualität in der DDR legendär. Viele Badeschaum-Produkte und Rheumabäder haben zum Teil auch hier ihren Ursprung, wie etwa das „Badusan“.Heute sieht man nur noch wenig von der Chemischen Fabrik in Eberswalde: Das Verwaltungsgebäude sowie ein Beamten- und Wohlfahrtshaus sind noch erhalten. Im nahe gelegenen Familiengarten Eberswalde kann die Dampfspeicherlok der Chemischen Fabrik heute noch besichtigt werden.