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Kupferhäuser in der Messingwerksiedlung

Altenhofer Straße / Am Wasserturm
16227 Eberswalde


Erfunden wurden die Häuser in einer leichten Holzrahmenbauweiser mit dünner Kupferblechverkleidung von dem Ingenieur Frigyes Förster, der diese mit dem Architekten Robert Krafft weiterentwickelte und 1939 zum Patent anmeldete. Die Zusammenarbeit mit den Hirsch Kupfer- und Messingwerken begann 1930. In den Jahren 1931 und 1932 wurde die bereits vorhandene Werkssiedlung des Messingwerkes durch den Bau von acht Musterhäusern mit der neuartigen Kupferblechverkleidung erweitert.

Die Bauweise erhielt 1931 auf der Kolonialausstellung in Paris einen Grand Prix. Weniger erfolgreich war die Präsentation auf der Berliner Bauausstellung im gleichen Jahr. Hier sah Walter Gropius die ersten Kupferhäuser und beschrieb in einem Gutachten technische Mängel und Verbesserungsvorschläge, worauf er nach Eberswalde eingeladen wurde und schon bald das gesamte Projekt übernahm. Die bestehenden Kupferhäuser in Eberswalde blieben jedoch eine einmalige Erscheinung des Baumarktes, auch wenn Gropius von einer weltweiten Vermarktung träumte. Er war ein Vordenker des Fertighausbaus, der sich erst nach 1945 im großen Rahmen durchsetzen konnte.