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Historischer Finowkanal





Man sieht es ihm heute nicht mehr an: Aber der Finowkanal war ein Mammutbauprojekt und verbindet nun seit über 400 Jahren die Havel mit der Oder! Der Finowkanal wurde sowohl vom Kurfürst Joachim Friedrich (1598-1608) mit erbaut, der ab 1603 den grundlegenden Graben für den ersten Kanal erschuf, als auch von Kurfürst Johann Sigismund (1608-1619), der die Ausbauten von Schleusen und Archen beauftragte und die Arbeiten am Kanal somit weiter vorantrieb. Rückschläge bei der Konstruktion des Kanals, finanzielle Engpässe und die politische Entwicklung sorgten immer wieder für Verzögerungen. Der Kanal konnte schließlich erst 1620 durch den dritten Kurfürsten Georg Wilhelm (1619 – 1640) eingeweiht werden. Infolge des Dreißigjährigen Krieges kam es zu einem schnellen Verfall des Finowkanals. Auf Grundlage einer königlichen Order von Friedrich II. wurde die Wasserstraße mit verändertem Streckenverlauf und stabileren Schleusen in der Zeit von 1743 bis 1746 wiederhergestellt. Zahlreiche Mängel galt es anschließend noch zu beheben, sodass der Kanal  1749 offiziell befahrbar war.

Als Lebensader einer der wichtigsten industriellen Standorte bestimmte der Kanal die rasante wirtschaftliche Entwicklung des Finowtals als Wiege der „Brandenburg-Preußischen Industrie“ bis ins 20. Jahrhundert. Mit der Eröffnung des wirtschaftlich effektiveren „Großschifffahrts-Kanals“ (heute Oder-Havel-Kanal) verlor der Finowkanal an  Bedeutung und diente jahrelang nur noch zur Regulierung des Wasserhaushaltes.

Heute ist der Finowkanal die älteste noch schiffbare künstliche Wasserstraße Deutschlands mit einer Länge von ca. 32 km und ein beliebtes Ziel für Wassertouristen. Entlang des Ufers sind noch zahlreiche kulturhistorische Sehenswürdigkeiten sichtbar, die an vergangene Zeiten erinnern.Gut zu wissen:  Das Finowmaß wurde zur Norm im Schiffbau als erstes deutsches Binnenschiffmaß mit einer Länge von 40,2 m, einer Breite von 4,60 m und maximalen Tiefgang von 1,40 m, was einem Gewicht von 170 Tonnen entspricht. Frachtschiffe, die sogenannten Finowmaßkähne, passten genau durch die Schleusen und wurden mit Menschen- oder Tierkraft entlang des Kanals getreidelt.