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Synagogen-Denkmal "Wachsen mit Erinnerung"

Goethestraße 8
16225 Eberswalde


Die erste Synagoge in Eberswalde wurde 1820 in der heutigen Kreuzstraße eingeweiht. Im Jahr 1871 wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet, welches die schrittweise rechtliche Gleichstellung der Juden begünstigte. Die Anzahl der jüdischen Einwohner in Eberswalde stieg an. In der heutigen Goethestraße wurde 1891 eine neue größzügige, blau-weiß gekachelte Synagoge im maurischen Stil mit drei Kuppeln gebaut. 1931 wurde das Gebäude durch einen Brand aufgrund eines Blitzschlages beschädigt. Nach der Instandsetzung konnte das  Gotteshaus ein Jahr später erneut eingeweiht werden.

Die jüdische Bevölkerung spielte im wirtschaftlichen und politischen Leben der Stadt eine bedeutende Rolle. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 führte jedoch zu einer schrittweisen Ausgrenzung aus dem öffentlichen Leben und zur Diskriminierung. Viele Juden verließen Eberswalde. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge in Brand gesetzt und brannte vollständig nieder. Juden wurden auf offener Straße angegriffen und verhaftet.

An die zerstörte Synagoge und die ehemalige jüdische Gemeinde in Eberswalde erinnert der 2013 im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck eingeweihte Gedenkort „Wachsen mit Erinnerung“. Der Entwurf stammt von dem Künstler Horst Hoheisel und dem Architekten Andreas Knitz. Im Inneren der Mauern, die den Grundriss der Synagoge zeigen, soll eine Baumgruppe im Laufe der Zeit die Silhouette des 1938 zerstörten Gotteshauses nachbilden. Die Unzugänglichkeit der Skulptur durch die hermetisch verschlossene Wand verdeutlicht die Unumkehrbarkeit des Verbrechens und des Verlustes zahlreicher Mitbürger.